Kita Vielfalter
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Zauberin Yolanda

In dem Zimmer ist es dunkel und still. Nur das langsame Ein- und Ausatmen der schlafenden Zauberin Yolanda ist zu hören. Nach einer Weile erwacht sie aus ihrem Schlaf. Sie reckt und streckt sich und gähnt laut und herzhaft. Dann setzt sie sich auf und reibt sich verwundert die Augen. „Wo bin ich? Oh, natürlich in meinem Bett.“ Wie konnte sie nur vergessen, dass sie sich gestern ein ganz neues Bett gezaubert hat! Sie schnipst mit den Fingern. „Mein kleiner kristallener Schaukelstuhl soll her!“, sich hinein und beginnt zu schaukeln, erst langsam, dann immer schneller und schneller. Dann fällt Yolanda auf, dass es immer noch dunkel ist. Geschwind zündet sie eine Kerze an. Die Flamme erleuchtet ihr Zimmer. Die Kristallkugeln an den Wänden beginnen glitzern und zu funkeln. Yolanda überlegt, womit sie heute ihre Zauberkräfte üben könnte. Sie bekommt große Lust, sich in eine Schlange zu verwandeln. Geschmeidig biegt sie ihren Körper zurück und zischelt, bis sie die Gestalt einer Schlange angenommen hat. Sie schlängelt sich über den Boden und entdeckt einen Spalt in der Hauswand, der ihr vorher noch nie aufgefallen ist. Neugierig kriecht sie hinaus in den dicken Schnee. Brrr, ist das kalt! Schnell schlüpft sie in eine nahe gelegene Scheune. Oh, wie wunderbar, ein duftender, wärmender Heuberg! Da hört sie ein Geräusch. Eine schwarze Katze schleicht herein. Sie reckt und streckt sich und fühlt sich ebenfalls sichtlich wohl in der warmen Scheune. Genüsslich macht sie einen Katzenbuckel. Jetzt entdeckt die Katze die Zauberin Yolanda, die immer noch eine Schlange ist. Die wird ihr schmecken! Geduckt pirscht sie sich heran. Doch Yolanda erkennt die Gefahr und verwandelt sich blitzschnell in einen Bären. Der Heuhaufen sinkt unter ihrem Gewicht zusammen. Die Katze bleibt vor Schreck zunächst wie angewurzelt stehen, macht dann kehrt und verschwindet hinaus in die Dunkelheit. Lachend tapst nun auch Yolanda, der Bär, hinaus und läuft zurück zu ihrer Hütte. „Herrlich“, denkt die Zauberin, „das Bärenfell ist besser als jeder Wintermantel.“ In ihrem warmen Fell kuschelt sie sich aufs Bett und fällt in einen tiefen Bärenschlaf.
Bärenschlaf
Du liegst auf dem Bauch. Mit deinen Händen bildest du ein Kissen, indem du sie übereinander legst. Bette deinen Kopf darauf. Die beiden großen Zehen berühren sich, die Fersen fallen locker auseinander. Stell dir vor, dass du ein fauler Bär bist. Genüsslich lässt du dir dein Fell von der Sonne bescheinen. Dein breiter Rücken wird warm. Immer wenn du einatmest, spürst du an deinem Bauch die warme, weiche Erde. Du genießt die Wärme und fühlst dich wohl.