Kita Vielfalter
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Im Zauberland

Die kleine Sandra ist krank und muss im Bett bleiben. Sie ist ganz allein und schaut sehnsüchtig zum Fenster hinüber, durch das der Lärm der spielenden Kinder auf der Straße dringt. Plötzlich bemerkt sie ein seltsames Wesen, das ihr einladend zuwinkt. Es ist eine Fee. Die Fee deutet auf eine Leiter, die zum Himmel hinaufführt und weit oben in den Wolken verschwindet. Neugierig springt Sandra aus dem Bett, steigt durch das Fenster und läuft zur Leiter. Sprosse für Sprosse klettert sie hoch. Manchmal liegen die Sprossen ganz weit auseinander, ein andermal ganz eng zusammen. Aber sie schafft es.  Plötzlich steht Sandra auf einem Berg. „Wo bin ich hier nur? “, fragt sie sich verwundert. Da fällt ein riesengroßer Schatten auf sie und ein mächtiger Adler landet neben ihr. „Hallo, Sandra, schön, dass du da bist“, sagt der Vogel. „Willkommen im Zauberland. Komm, setz dich auf meinen Rücken und halte dich an meinen Flügeln fest. Ich segle mit dir durch die Lüfte.“ Und los geht’s. Zuerst fliegen sie über eine große Wüste. Sandra staunt, denn so viel goldenen Sand hat sie noch nie gesehen. Da sieht sie unter sich einen Rudel Löwen. Die Löwen schauen zu ihr hoch und brüllen freundlich. Sandra ist ganz aufgeregt, denn die hat plötzlich das Gefühl, das Löwengebrüll zu verstehen. Dann gelangen sie an einen purpurnen See. Auf dem Wasser schaukeln viele Boote sanft hin und her. Hier gefällt es Sandra sehr und sie fühlt sich auf dem Rücken des Adlers immer freier. Am gegenüberliegenden Ufer beginnt ein großer Wald. Auf einer Wiese am Waldrand feiern viele Bären ein ausgelassenes Fest. Während Sandra noch den Bären beim Tanzen zuschaut, hört sie plötzlich ein merkwürdiges, zischendes Geräusch. Im selben Moment fliegen sie über eine Gruppe von Bäumen, an denen riesengroße Spagetti hängen. Spagetti? „Nein, nein“, lacht der Adler, „das sind Schlangen. Wenn du genau hinschaust, kannst du ihre Köpfe mit den langen Zungen erkennen.“ Sandra will sich gerade ein bisschen fürchten, da sind sie auch schon weitergeflogen. Nach einer Weile setzt sie der Adler auf einer saftig grünen Wiese in der nähe einer Windmühle ab. Langsam und knarrend dreht sich das Windmühlenrad. Begeistert wendet sich Sandra zu ihrem Freund, dem Adler, um, aber der ist plötzlich verschwunden. Erschöpft, aber zufrieden legt sie sich auf das weiche Gras, macht es sich bequem und atmet noch einmal die Luft des Zauberlandes tief durch die Nase ein und aus (Bärenschlaf). Nach einer Weile öffnet sie die Augen und stellt fest, dass sie wieder zu Hause in ihrem Bett liegt. Erleichtert bemerkt sie, dass es ihr schon viel besser geht. Da kommt ihre Mutter lachend mit einem Teller voller Spagetti herein. Zuerst erschrickt Sandra, aber dann sieht sie, dass es wirklich Spagetti sind, die sie nun mit großem Appetit verspeist.
Bärenschlaf
Du liegst auf dem Bauch. Mit deinen Händen bildest du ein Kissen, indem du sie übereinander legst. Bette deinen Kopf darauf. Die beiden großen Zehen berühren sich, die Fersen fallen locker auseinander. Stell dir vor, dass du ein fauler Bär bist. Genüsslich lässt du dir dein Fell von der Sonne bescheinen. Dein breiter Rücken wird warm. Immer wenn du einatmest, spürst du an deinem Bauch die warme, weiche Erde. Du genießt die Wärme und fühlst dich wohl.